Das Verhältnis des Menschen zum Wolf reicht von der historischen Ausrottung in weiten Teilen Europas bis zum heutigen Schutz und der damit verbundenen Rückkehr in viele Regionen. Sobald sich Wölfe niederlassen, führt dies allerdings häufig und rasch zu ausgeprägt negativen Einstellungen. Um auf diese Problematik Antworten zu finden, untersucht eine aktuelle Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien in Zusammenarbeit mit der Universität Wien die Rolle des Unbewussten bei der Koexistenz von Wolf und Mensch. Ziel ist es, durch ein besseres Verständnis dieses Miteinander zu verbessern.
Einst in der nördlichen Hemisphäre weit verbreitet, hat die Verfolgung durch den Menschen die Wölfe in Europa fast ausgerottet. Weniger als zwei Jahrhunderte später haben neue umweltpolitische Perspektiven und Schutzgesetze die Rückkehr von Wolfsrudeln in weite Teile ihres früheren Verbreitungsgebietes ermöglicht. Diese Wiederbesiedlung hat jedoch eine Kontroverse ausgelöst. Die Meinung darüber, ob der Wolf gefährlich ist oder das Recht hat, mit uns zusammenzuleben, spaltet die Massen – ein wichtiger Faktor sind dabei unsere Überzeugungen. »Die Untersuchung dieser Einstellungen – also, ob man Wölfe als positiv oder negativ wahrnimmt – ist daher entscheidend für ein nachhaltiges Management für Mensch und Wolf«, betont Studien-Erstautorin Svenja Capitain vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung (KLIVV) der Vetmeduni.
Nähe zum Wolf verändert Einstellungen drastisch
Zwar sagen die meisten Menschen, dass sie die Rückkehr der Wölfe für eine gute Entwicklung halten. Diese Ansicht...