Ohne die physiologischen Finessen und Hintergründe zu kennen, weiß jedes Kind, dass Hunde gerne schnüffeln – hier stimmt die Redewendung tatsächlich mal. Doch die Hundenase kann noch viel mehr – auch die Nase Ihres Hundes. Eine elektronische Nase kann Rasen erkennen. Ein Mensch kann zwischen feuchtem, frisch gemähtem oder trockenem Rasen unterscheiden. Ein Hund kann sogar detektieren, ob und wo und in welche Richtung jemand über einen Rasen gegangen ist. Aber das wirklich Faszinierende ist, dass uns Hunde erlauben, Gerüche mit ihrer Fähigkeit sichtbar zu machen! Jäger nutzen dies schon sehr, sehr lange und sehr, sehr erfolgreich. Fährtenarbeit (im Sinne der Sportfährte) war schon immer meine Lieblingsdisziplin wie auch die Leidenschaft aller meiner Hunde (und ich rede hier definitiv nicht von den üblichen Gebrauchshunden). In Wintern wie dem letzten, der seinem Namen tatsächlich alle Ehre machte, ein bisschen doof: Alles gefroren, die Böden geben nichts her und im Schnee geht eh nichts. Was tun, wenn das Puber-Tier einem auf dem Kopf herumtanzt? Mantrailing – hervorragende Idee! Theoretisch – wäre nicht gerade mal wieder Lockdown ... Inspiriert von Viviane Thebys »Hunde-Uni« bin ich in das Thema »Geruchsdifferenzierung« eingestiegen, begleitet von den »SniffleDog«-Videos von Uwe Friedrich, die den Einstieg mit Hilfe des Clickers ebenfalls schön zeigen. Kamille war der erste Duft (apropos Duft: Ich finde den englischsprachigen Begriff »Scent Work« bedeutend schöner und passender als »Nasenarbeit« oder »Geruchsdifferenzierung«). Diese »passive« Ausbildung und Anzeige über den Clicker ist heute die vorherrschende Methode, aber natürlich hat auch die »aktive« Ausbildung über Beutetrieb ihre...
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Stefanie Hänisch
Stefanie Hänisch ist Ingenieurin und beschäftigt sich seit rund 30 Jahren mit dem Thema Hund, u. a. als Leistungsrichterin im Deutschen Doggen Club 1888 e. V. Ihre Leidenschaft gilt der Fährten- und Nasenarbeit: »Nichts ist zufriedenstellender als ein schlafender Hund nach artgerechter Beschäftigung.«
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