Pyrenäenberghund – Sanfter Riese: Eine Kurzbeschreibung

Von Joerg Kraemer

Der Pyrenäenberghund (Chien de Montagne des Pyrénées), von den Franzosen liebevoll Patou genannt, ist eine von der FCI anerkannte französische Hunderasse. Er wurde ursprünglich dazu gezüchtet, um – auf sich allein gestellt – Viehherden in den französischen Pyrenäen zu bewachen. Aus dieser Aufgabe ergibt sich das Aussehen und der Charakter der Pyrenäenberghunde: ein imposanter Körperbau gepaart mit unbändiger Kraft und blitzschnellem Reaktionsvermögen. Ein ruhiger, ausgeglichener Charakter mit Treue zu seiner Familie (Herde), die er durch seinen Schutztrieb, der ein hervorstechendes Merkmal der Rasse ist, mit aller Vehemenz beschützt. Patous gelten als ausgesprochen kinderlieb, was diese Rasse eigentlich zu guten Familienhunden machen würde. Eigentlich! Denn ihre Größe, der erwähnte starke Schutzinstinkt und das Bestehen auf eigenständiges Entscheiden sorgen in der Kombination auch für die größten Herausforderungen mit dieser Rasse. Oft ist zu lesen, dass ein Pyrenäenberghund nur in die Hand eines erfahrenen Hundehalters gehöre. Diese Meinung teile ich allerdings nicht grundsätzlich. Im Gegenteil! Wenn nämlich ein erfahrener Hundehalter versucht, einen Patou so zu erziehen wie Hunde einer anderen Nicht-Herdenschutzhund-Rasse, wird er unweigerlich scheitern. Er ist kein »will to please-Hund« und wird also nicht blind gehorchen. Deshalb ist es existenziell wichtig, dass sich der zukünftige Halter intensiv über diese Rasse und ihre Eigenarten informiert. Zahlreiche Herdenschutzhunde in den Tierheimen zeugen davon, dass dieser Rat nicht immer beherzigt wird. Apropos Tierheim. Herdenschutzhunde aus Tierheimen sollten Hundefreunden mit viel Herdenschutzhunderfahrung vorbehalten werden. Das Risiko, dass der Hund wieder im Tierheim landet, ist bei »Herdi«-Anfängern einfach zu hoch. Seit über tausend Jahren Fest steht...

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