Hunde sind beeindruckende Tiere mit erstaunlichen Sinnesleistungen. In dieser Serie gibt WUFF spannende Einblicke in die außergewöhnliche Sinneswelt der Hunde – diesmal klären wir die Fragen: Wie gut sieht ein Hund? Sind Hunde farbenblind? Hunde sind, wenn es um ihren Hör- und Geruchssinn geht, dem Menschen weit überlegen und rangieren mit beiden Sinnen unter den Top Ten im Tierreich. Als Raubtier ist der Hund bzw. sein Vorfahre der Wolf aber auch auf die visuelle Wahrnehmung seiner Umwelt bzw. Beute angewiesen. Was der Hund sieht, ergänzt die durch Hören und Riechen wahrgenommenen Faktoren. Allerdings sind Hunde keine Weltmeister im Sehen – zumindest was Schärfe, Farben und räumliches Sehen betrifft. Würde man die Sehleistung auf die Anzahl der Nervenfasern der Sehbahn reduzieren, müsste man annehmen, dass der Hund fast gar nichts sieht: Menschen haben in etwa 1 Million Nervenfasern, der Hund nur rund 170.000. Doch der Hund, als ehemaliger Dämmerungsjäger, sieht gut – nur mit anderer Gewichtung als beim Menschen: Hunde können – im Gegensatz zu Menschen – selbst bei schlechten Lichtverhältnissen sich bewegende Objekte ausgezeichnet wahrnehmen. Es ist also nicht ganz so einfach zu sagen, ein Hund sieht gut bzw. schlecht, denn die visuelle Wahrnehmung ist eine Kombination aus verschiedenen Faktoren. Bewegungswahrnehmung Für die Vorfahren und die wildlebenden Verwandten unserer Hunde war bzw. ist es vor allem wichtig, kleinste Bewegungen visuell zu erfassen, um potenzielle Beute auszuspähen. Hunde können das feinste Zucken eines Tieres in weiter Entfernung erfassen – ungefähr zehnmal besser als Menschen. Möglich machen dies unzählige bewegungssensitive Nervenzellen...
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Martina Bartl
Martina Bartl ist erfahrene Hunde- und Pferdehalterin und seit rund 15 Jahren Journalistin. Sie hat sich auf die Fachgebiete Pferde & Reiten und auf Hunde spezialisiert.
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