Silvester steht vor der Tür – der Tag, an dem geräuschsensible Hunde besonders leiden. Manche haben sogar regelrecht Angst vor dem Zischen und Knallen. Dahinter steckt zwar ein evolutionärer Grund. Für betroffene Vierbeiner kann dies jedoch zur körperlichen und psychischen Qual werden. Halter können helfen. Sobald es anfängt zu donnern und zu blitzen, ist die freundliche, neugierige Mischlingshündin Nala wie ausgewechselt. Sie zittert und verkriecht sich ängstlich in ihr Körbchen. Wie viele betroffene Hunde hat auch Nala nie eine schlechte Erfahrung bei Gewitter erlebt. Was ihrer Halterin jedes Mal das Herz bricht, hat einen evolutionären Hintergrund, erklärt die Verhaltensbiologin Dr. Stefanie Riemer. »Plötzlich auftretende Reize oder laute Geräusche sind oftmals mit einer drohenden Gefahr verbunden. Bei ihnen mit Angst zu reagieren ist aus evolutionärer Sicht sinnvoll, denn die Angst hilft, die Gefahr zu vermeiden.« Die Vermeidung solcher Gefahrenquellen oder die Flucht vor ihnen war somit früher eine sinnvolle Verhaltensantwort. Die Gründerin und Leiterin der HundeUniBern überrascht es nicht, dass Studien zufolge fast die Hälfte unserer Haushunde noch immer geräuschsensibel ist. Die Österreicherin beschäftigt sich selbst seit Jahren intensiv mit dem Thema Geräuschangst bei Hunden und hat einige Studien hierzu durchgeführt. »Die Ausprägung der Angst hat immer mehrere Komponenten.« Auf eine genetisch bedingte Neigung zur Geräuschangst weist vor allem die Tatsache hin, dass Geräuschangst bei Hunden häufig bereits in jungem Alter beobachtet werden kann. »Fünfundvierzig Prozent der betroffenen Hunde zeigten Anzeichen von Feuerwerksangst bereits im ersten Lebensjahr«, hat Riemer herausgefunden. Auch die Rasse spielt eine Rolle: »Hütehunde sind oft von...
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