Aus den Werken des römischen Schriftstellers Claudius Aelianus lässt sich einiges über das Rollenbild des Hundes in der Antike erfahren. Der Historiker Dr. Dietmar Rimmele gibt einen Überblick. Man könnte ihn den Brehm der Antike nennen. Der römische Schriftsteller Claudius Aelianus, geboren etwa um 175 n. Chr. in Preneste (heute Palestrina) nahe Rom und gestorben um 235 n. Ch., wurde berühmt unter seinen Zeitgenossen durch sein Werk »Von den Eigenschaften der Tiere«. Er sammelte Wissenswertes über hunderte von Tierarten vom Aal bis zum Ziegenmelker (Vogelart), meist den Schriften älterer Autoren entnommen. Sind seine 17 Bücher wenig systematisch, inhaltlich eher auf die Absicht zu unterhalten hin angelegt, so hat ihn aber doch auch das Bestreben angeleitet, Aussagen über das Wesen der Tiere wie des Tierreiches insgesamt zu vermitteln.
Cerberus – Wächter der Unterwelt
Einen nicht geringen Raum nehmen seine Ausführungen über Hunde ein, die – da sie aus den Quellen verschiedenster Schriftsteller schöpfen – uns ein eingehendes Bild über die Vorstellungen, die Griechen und Römer mit Hunden verbanden, geben. In der Mythologie dieser beiden Völker spielten Hunde nur eine untergeordnete Rolle. Bekannt ist jener dreiköpfige Höllenhund namens Cerberus, der die Toten zwar in die Unterwelt einlässt, ein Verlassen ihnen aber verwehrt. Aelianus erwähnt nun zwei Tempelbezirke, beide in Sizilien gelegen, in denen heilige Hunde gehalten wurden. Über tausend Hunde sollten den Tempel des Adranus, einer lokalen Gottheit, bevölkert haben. Sie wurden als Diener des Gottes angesehen, die tagsüber allen Besuchern freundlich entgegentraten, nachts ihnen als Begleiter und Führer in der...