Gut ausgebildet = gut erzogen? – Gibt es einen Unterschied?

Landläufig ist man der Meinung, Ausbildung und Erziehung sei das gleiche. Ausbildung und Erziehung des Hundes sind zwei unterschiedliche Dinge, sagen die Hundehalter-Coaches Michaela Nickel und Christina Dahmen. In Abgrenzung zum formalen Lernen stellen sie die Erziehung der Hunde. Das »soziale« Lernen. Wir hören in unserer Arbeit als Hundehalter-Coaches oft Sätze wie: »Mein Hund macht ganz super Sitz, Platz und Bleib – nur Besuch springt er an oder rennt draußen einfach zu anderen Hunden, da klappt Sitz noch nicht.« Oder »Mein Hund macht gerne Tricks und lernt so schnell – aber alleine bleiben kann er noch nicht.« Auch oft gehört: »Auf dem Hundeplatz ist er der Streber, wir haben die Begleithundeprüfung mit Bravour bestanden– aber außerhalb des Platzes bin ich immer noch Luft für ihn und er jagt alles was sich bewegt.« Dieses Phänomen kennen wir aus eigener leidvoller Erfahrung. Damals als wir selbst noch annahmen, dass ein gut ausgebildeter Hund auch ein gut erzogener Hund ist. Waren wir beide doch mit unseren Hunden als Therapie-Begleithund-Teams ausgebildet und im Einsatz, was gut klappte. Trotzdem ließ die Leinenführigkeit weiterhin sehr zu wünschen übrig. Hundebegegnungen waren ein Lotteriespiel – konnten gutgehen, taten sie meistens aber nicht. Entspannte Spaziergänge gab es nicht, denn entweder wir scannten die Gegend nach Hunden oder gar Wildtieren, um dann den nicht funktionierenden Super-Rückruf zu trällern und doch alleine mit der Leberwursttube dazustehen. Oder wir beschäftigten unsere Hunde mit dem Futterdummy, übten Leinelaufen, das Bleib und den Rückruf usw. Wir merkten, dass unsere Hunde durch das...

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