Alte Rasse – aus der Mode gekommen
Er gehe mit seinem Menschen durch Dick und Dünn, sei ein „Kumpel zum Pferdestehlen“, sagt Hundetrainerin Liane Rauch über den Spitz. Und auf der Couch des Hundepsychologen sei er auch kaum zu finden. Dies vor allem wegen seiner Intelligenz und Anpassungsfähigkeit. Schließlich gibt es ihn noch in fünf Größen und zahlreichen Farbvarianten, wahrlich gute Voraussetzungen für den Spitz, nicht nur als uralter Hundetypus und damit lebendes „Kulturgut“ zu gelten, sondern auch hoffnungsfroh in die Zukunft zu blicken. „Wir brauchen nur einen Schritt auf die Straße tun, so wird es sicher nicht lange dauern, bis wir einen Spitz-artigen Hund zu sehen bekommen, dies mag nun sein, wo es will, von St. Petersburg angefangen bis nach Italien hinab.“ Diese Aussage über den überall in Europa vorkommenden Spitz stammt aus dem Buch des großen Kynologen Richard Strebel über die Deutschen Hunde (1904). Die große Verbreitung, wie sie Strebel noch vor über 100 Jahren beschrieb, hat der Spitz heute schon lange nicht mehr. Kein Wunder, sind ihm doch Haus und Hof, die er bewachen hätte sollen, durch die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft abhanden gekommen. Und nicht nur, dass St. Petersburg zwischenzeitlich viele Jahre lang einen anderen Namen trug (Leningrad), hat sich auch in der Hundewelt einiges geändert. Interessant aber ist auch heute noch folgende Aussage Strebels: „Es gibt nur wenige Rassen, die eine so große Ausbreitung und andererseits ebensowenig Großzüchter gefunden haben.“ Strebel wundert sich über die große Beliebtheit des Spitzes zu Ende des 19. Jahrhunderts, die im...