Ab in die Box: Auswirkungen auf den Hund und die rechtliche Situation

Von Dr. Sandra Foltin

Es ist die Verlockung der maximalen Kontrolle, die leider auch von vermeintlichen Hundeexperten und Trainern empfohlen und dann im guten Glauben von den Haltern ausgeführt wird: einen Hund, und zwar mit geschlossener Tür, in eine Hundebox zu sperren – entweder die ganze Nacht oder gerne auch tagsüber während der Abwesenheit des Menschen. Was aber sind die Auswirkungen auf den Hund? Und wie ist überhaupt die rechtliche Situation? Vor allem in drei Situationen kommt die geschlossene Hundebox zum Einsatz: – Der Hund ist zu Hause ständig in Bewegung; – Der Hund zerstört (z.B. in Abwesenheit der Halter) die Wohnungseinrichtung; – Der Hund erleichtert sich (z.B. nachts oder in Abwesenheit des Halters) in der Wohnung. Zunehmend wird auch bei uns der geschlossene Einsatz im häuslichen Bereich propagiert, beispielweise zur Erziehung oder als Kontrollmaßnahme. Hundetrainer wie Cesar Millan und Martin Rütter empfehlen den geschlossenen Einsatz bereits im Welpenalter (Milan 2009, Rütter 2017)1;2. Sie raten unter anderem zum geschlossenen Gebrauch beim Schlafen, beim Stubenreinheitstraining oder beim Training zum Alleinbleiben. Zahlreiche Beiträge dazu sind auch auf sozialen Medien zu finden. Nachdem ich eine Recherche gestartet hatte, um Fachliteratur zu den Auswirkungen zu Boxenhaltung bei Hunden zu finden, musste ich feststellen, dass die einzigen Resultate, die angezeigt wurden, Anweisungen waren, wie ich meinen Hund an die Box gewöhne und was die Vorteile von Hundeboxen sind. Wissenschaftliche Erkenntnisse über die mögliche Tierschutzrelevanz der Unterbringung von Hunden fehlen weitgehend in der deutschsprachigen Literatur.

Warum werden Hundeboxen überhaupt benutzt?

»Eine Hundebox hilft dem Welpen stubenrein zu werden« »Eine...

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