Einwanderer auf vier Pfoten: Warum Straßenhunde es schwer haben im neuen Leben anzukommen

Von Claudia Hoetzendorfer

Frei und selbstbestimmt waren sie in ihren Heimatländern unterwegs. Nun sollen sie ein vermeintlich besseres Leben als Familienhund führen. Nicht jeder Vierbeiner findet sich in der neuen Situation problemlos zurecht und wird oft dadurch verhaltensauffällig. Rund neun Millionen Hunde leben in Deutschland, immer öfter zusammen mit einem weiteren oder mehr Artgenossen. Corona hat die Nachfrage nach vierbeinigen Untermietern exorbitant in die Höhe schnellen lassen. Laut Statista werden monatlich bis zu 550.000 Hunde innerhalb der EU über Grenzen transportiert. Davon sind nur 21.000 registriert. Der Rest wird über den Schwarzmarkt und Online angeboten. Es darf davon ausgegangen werden, dass die Dunkelziffer noch weit höher liegt, da gerade mit Welpen gutes Geld zu verdienen ist. Für den seriösen Auslandstierschutz ist der Wunsch nach einem tierischen Hausgenossen Fluch und Segen zugleich. Die Vermittlung von Hunden aus Süd- oder Osteuropa boomt seit Jahren. Gerade extrem überfüllte Tierheime, wie die Smeura in Rumänien profitieren davon, wenn über Tierschutzorganisationen einige Insassen in ein neues, vielfach besseres Leben vermittelt werden können. Engagierte Vereine setzen sich für Kastrationsprogramme und Aufklärungskampagnen vor Ort ein. Unterstützen Tierheime mit Spenden und vermitteln nur die Hunde nach Deutschland, die sonst keine Chance hätten, je aus den Zwingeranlagen rauszukommen. »Gut sozialisierte Problemfelle« Doch es häufen sich die »Problemfelle«. Der angeblich so gut sozialisierte und verträgliche Spanier, Grieche oder Ungar entpuppt sich schon wenige Wochen nach seiner Ankunft im vermeintlichen Paradies als undankbarer Leinenrüpel, Ausbrecherkönig, Innenarchitekt, Sofabesetzer und Dauerkläffer. Herdenschutzmischlinge bewachen die Familie und lassen irgendwann niemanden mehr ins Haus. Passionierte Jäger nutzen...

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