Am Ball scheiden sich die Geister: Während sich der eine Hund gleichgültig zeigt, gerät ein anderer beim Anblick eines Balles in Euphorie. Das Phänomen »Balljunkies« wird nun in der Schweiz zum ersten Mal wissenschaftlich untersucht - und bringt Erstaunliches zu Tage. Luna schaut erwartungsvoll auf den Ball in der Hand ihrer Besitzerin. Nichts kann ihre Aufmerksamkeit von dem blau-grün gestreiften Spielzeug ablenken. Alle Muskeln im Körper der braunen Labradorhündin scheinen angespannt. Immer wieder hebt und senkt sich ihr sitzendes Hinterteil in Aufregung bis sie es nicht mehr aushält: Sie steht auf und beginnt, im raschen Wechsel vor und zurück zu trippeln. Lachend wirft ihre Besitzerin den Ball in den Garten. Wie ein Pfeil schießt Luna die Treppen der Terrasse hinunter, rennt in den Garten, schnappt sich den Ball und flitzt zu ihrer Besitzerin zurück, um ihr das Spielzeug für eine neue Runde vor die Füße zu legen. Erwartungsvoll schaut sie ihre Besitzerin an. Nach wenigen Sekunden richtet sich ihr Blick starr auf den Ball. Ball, Stöckchen oder andere Wurfspielzeuge sind auf beiden Seiten der Leine ein häufig geliebtes Spielzeug. So wie Lunas Halterin nutzen viele Hundebesitzer das Werfen eines Spielzeuges um den Hund schnell mal »auszupowern« – aufgrund von Zeitdruck, Mangel an Freilaufmöglichkeiten oder einfach nur aus Spaß. Doch der Schein trügt: »Eine Stunde lang Ball werfen und den Hund ihn bringen lassen ist schlichtweg der falsche Weg, um einen Hund zu beschäftigen«, warnt Alja Mazzini. Die Verhaltenstierärztin und Doktorandin an der Vetsuisse-Fakultät Universität Bern testet seit Monaten Hunde...
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