Zu alt für einen Hund? Zu viel des Guten …?

Von Martina Stricker

Zu viel des Guten. Möglicherweise gut gemeinte – zu hohe – Anforderungen an potenzielle Interessenten dezimieren die Vermittlungschancen für Hunde im Tierschutz. Weltweit fristen herrenlose oder gar misshandelte Tiere in überfüllten Auffangstellen ihr Leben oder sind vom Einschläfern bedroht. Es steht außer Frage, dass Tierschützer wunderbare Arbeit leisten, um diesen bedauernswerten Geschöpfen zu helfen und möglichst ein neues Zuhause für sie zu finden. Jedoch sollten die einzelnen Organisationen ab und an überprüfen, ob jede ihrer Anforderungen an einen potenziellen Interessenten für eine erfolgreiche Vermittlung wirklich sinnvoll ist.

Altersdiskriminierung

Nach dem Tod meines Rüden suchte ich nach einem neuen vierbeinigen Gefährten. Aus Überzeugung wollte ich kein Tier vom Züchter und so begann ich die Tierschutzseiten im Internet zu durchforsten. Zwei Tierschutzhunde hatte ich in der Vergangenheit bereits bei mir aufgenommen, sogar zu Rettungshunden ausgebildet und sie viele Jahre an meiner Seite gehabt. Auf einem Portal für Tierschutzhunde fündig geworden, informierte ich mich bei der betreffenden Organisation über die Details und musste überrascht feststellen, dass ich mit 62 Jahren tatsächlich »zu alt für einen Tierschutzhund« sein sollte. Es gibt beispielsweise kein Höchstalter für die Kandidatur zum US-Präsidenten (aktuell: Joe Biden 77, Bernie Sanders 78).

Gut gemeint ist nicht genug

Auf den ersten Blick kann man diese Regel durchaus nachvollziehen. Gehen wir von einer Lebenserwartung des Hundes von ca. 15 Jahren aus, kann man eine körperliche Beeinträchtigung eines 60-plus-Kandidaten für diese Zeit sicherlich nicht völlig ausschließen. Das Leben lässt sich nicht planen. Jedem kann selbst in jungen Jahren etwas zustoßen. Ganz unvermittelt...

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